ExpressVPN und Windscribe vertreten zwei deutlich unterschiedliche Ansätze auf dem VPN-Markt, und ihre Bewertungen spiegeln diesen Unterschied klar wider. ExpressVPN erzielt einen Gesamtscore von 68 % gegenüber Windscribes 41 %, wobei beide Dienste echte Stärken und nennenswerte Schwächen aufweisen, die es vor einer Entscheidung zu berücksichtigen gilt.

Im Bereich Datenschutz und Sicherheit schneidet keiner der Anbieter besonders stark ab. ExpressVPN hat seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln, einem Rechtsgebiet, das aufgrund fehlender gesetzlicher Vorschriften zur Datenspeicherung allgemein als datenschutzfreundlich gilt. Sein Datenschutz-Audit-Score von 23 % ist niedrig, doch Windscribes Ergebnis in derselben Kategorie ist mit lediglich 8 % noch bedenklicher. Windscribe unterliegt kanadischer Rechtsprechung, was es innerhalb des Geheimdienstbündnisses der Five Eyes verortet – ein Aspekt, der für datenschutzbewusste Nutzer von Bedeutung ist. Hinsichtlich der Funktionen bietet ExpressVPN WireGuard-Unterstützung, einen Kill Switch, Split Tunneling, P2P- und Torrent-Fähigkeit sowie ein Bug-Bounty-Programm. Windscribe verfügt über einen Kill Switch und P2P-Unterstützung, bietet jedoch weder WireGuard noch die zusätzlichen Transparenzmaßnahmen, die ein Bug-Bounty-Programm darstellt.

Die Leistung ist ein Bereich, in dem beide Anbieter Stärke zeigen, wobei ExpressVPN knapp die Nase vorn hat. ExpressVPN erzielte einen perfekten Geschwindigkeits-Score von 100 %, während Windscribe solide 85 % erreichte. Beim Streaming-Ergebnis lagen beide Anbieter gleichauf und erzielten jeweils einen perfekten Score von 100 % in dieser Kategorie, was bedeutet, dass Nutzer, denen der Zugang zu geo-gesperrten Inhalten wichtig ist, mit beiden Optionen zufrieden sein dürften. Für Nutzer, bei denen die reine Verbindungsgeschwindigkeit Priorität hat, ist ExpressVPN klar im Vorteil.

Die Nutzererfahrung zeichnet ein gespaltenes Bild. Die grafische Oberfläche von ExpressVPN wurde mit 90 % bewertet, und der Gesamt-Anwendungsscore lag bei 73 %, was auf ein ausgereiftes und gut entwickeltes Produkt hindeutet. Windscribe erzielte 60 % bei der Benutzeroberfläche und einen auffällig niedrigen Wert von 20 % in der Anwendungskategorie, was auf Bedenken hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit oder Zuverlässigkeit hindeuten könnte. Der Kundensupport ist ein weiterer Bereich mit einem deutlichen Kontrast: ExpressVPN erhielt einen perfekten Score von 100 %, während Windscribe 0 % erzielte – was für Nutzer, die auf reaktionsschnelle Unterstützung angewiesen sind, ein erhebliches praktisches Problem darstellen könnte. Windscribe schneidet in der Ethik-Kategorie besser ab und erzielt dort volle 100 % gegenüber ExpressVPNs 67 %, was auf eine größere Transparenz oder prinzipientreuerere Geschäftspraktiken in dieser Hinsicht hindeutet. Die Preisangaben beider Anbieter waren zum Zeitpunkt des Tests nicht verfügbar, sodass ein direkter Kostenvergleich hier nicht möglich ist. Beide erzielten in der Preiskategorie jeweils 55 %, was darauf hindeutet, dass sich keiner der Anbieter allein durch seinen Preis-Leistungs-Wert besonders hervorhebt.