PrivateVPN und ProtonVPN stellen zwei deutlich unterschiedliche Optionen auf dem VPN-Markt dar, mit Gesamtbewertungen von 65 % bzw. 89 %. Obwohl beide Dienste einige Gemeinsamkeiten aufweisen – insbesondere im Bereich Kundensupport und Ethik, wo jeder eine perfekte Bewertung von 100 % erzielt – wird der Abstand zwischen ihnen in den meisten anderen gemessenen Kategorien deutlich sichtbar.
Aus Sicht von Datenschutz und Sicherheit hat ProtonVPN einen klaren Vorteil. Der Anbieter hat seinen Sitz in der Schweiz, einem Land mit starkem Datenschutz, das außerhalb der Zuständigkeit der wichtigsten Geheimdienstkooperationen liegt. PrivateVPN hingegen operiert aus Schweden, einem Mitglied der 14-Eyes-Allianz – ein Faktor, den datenschutzbewusste Nutzer bei der Wahl eines Anbieters häufig berücksichtigen. ProtonVPN erzielte in der Kategorie Datenschutzprüfung zudem eine perfekte Bewertung von 100 %, verglichen mit 62 % bei PrivateVPN, was auf eine umfassender verifizierte No-Logs-Richtlinie und eine größere Transparenz bei den betrieblichen Abläufen hindeutet. ProtonVPN bietet darüber hinaus ein Bug-Bounty-Programm an, was auf ein proaktives Engagement bei der Identifizierung und Behebung von Sicherheitslücken hinweist.
In Bezug auf die Funktionen umfasst ProtonVPN WireGuard-Unterstützung und Split-Tunneling, zusätzlich zu den Kill-Switch- und P2P/Torrenting-Funktionen, die beide Dienste gemeinsam haben. WireGuard ist ein modernes Protokoll, das für seine Effizienz und sein robustes kryptografisches Design bekannt ist. Seine Integration verleiht ProtonVPN mehr Flexibilität für Nutzer, die Verbindungsleistung und Sicherheit gleichzeitig priorisieren.
Die Performance-Bewertungen liegen relativ nah beieinander: ProtonVPN erzielt 80 % bei den Geschwindigkeiten, verglichen mit 75 % bei PrivateVPN. Beide Dienste erzielten beim Streaming mit 86 % identische Werte, was bedeutet, dass keiner einen wesentlichen Vorteil für Nutzer bietet, die in erster Linie an geo-gesperrten Inhalten interessiert sind. Erhebliche Unterschiede zeigen sich hingegen in den Kategorien Anwendungsqualität und grafische Benutzeroberfläche. ProtonVPN erzielte 80 % bei der Anwendungsqualität und eine perfekte Bewertung von 100 % bei der Benutzeroberfläche, während PrivateVPN in beiden Bereichen lediglich 40 % erreichte – was auf eine weniger ausgereifte oder weniger intuitive Nutzererfahrung bei seinen Software-Clients hindeuten könnte.
Zum Zeitpunkt dieses Vergleichs lagen für beide Anbieter keine Preisdaten vor, sodass eine direkte Kosten-Nutzen-Bewertung nicht möglich ist. Die Bewertung von PrivateVPN in der Preiskategorie von 55 % im Vergleich zu ProtonVPNs 73 % legt jedoch nahe, dass unabhängige Bewerter ProtonVPN im Verhältnis zu den erhobenen Gebühren als wertvoller eingestuft haben.
Insgesamt übertrifft ProtonVPN PrivateVPN in nahezu jeder gemessenen Kategorie, insbesondere bei der Datenschutzverifizierung, der Anwendungsqualität und dem Interface-Design. PrivateVPN erreicht zwar beim Kundensupport und der Ethik das gleiche Niveau wie ProtonVPN und kommt bei der Streaming-Performance annähernd heran, aber Nutzer, die einen umfassenderen und ausgewogeneren Dienst suchen, werden feststellen, dass die Belege konsequent auf ProtonVPN hinweisen.