Mozilla VPN ist ein Verbraucher-VPN-Dienst, der von der Mozilla Corporation betrieben wird – dem Unternehmen hinter dem Firefox-Webbrowser. Der 2020 nach einer Betaphase als Firefox Private Network gestartete Dienst stellt Mozillas Versuch dar, sich über den Browserbereich hinaus zu diversifizieren und dabei seinen jahrzehntelangen Ruf als datenschutzorientierte Technologieorganisation zu nutzen.

Das markanteste Merkmal von Mozilla VPN ist die Infrastrukturpartnerschaft mit Mullvad, dem schwedischen, auf Datenschutz ausgerichteten VPN-Anbieter, der weithin als einer der vertrauenswürdigsten der Branche gilt. Der Datenverkehr von Mozilla VPN wird über das Servernetzwerk von Mullvad geleitet, das ausschließlich aus RAM-Servern besteht, die nach einem Neustart keinerlei Daten zurückbehalten. Das bedeutet, dass Nutzer von Mullvads bewährter Infrastruktur profitieren, während sie über Mozillas eigene Client-Anwendungen darauf zugreifen.

Die Mozilla Corporation ist eine in den USA ansässige Einheit, was den Dienst in den Zuständigkeitsbereich der Five Eyes einordnet. Obwohl Mozillas Datenschutzrichtlinie für das VPN in Bezug auf die Datenerhebung vergleichsweise schlank gehalten ist, ermöglicht der US-amerikanische Rechtsrahmen den Einsatz von National Security Letters und FISA-Gerichtsbeschlüssen, die eine Herausgabe von Daten erzwingen könnten. Mozilla erklärt, keine Aufzeichnungen über Surfverhalten, IP-Adressen oder Verbindungszeitstempel der Nutzer zu speichern – doch der Gerichtsstandsaspekt bleibt für Bedrohungsmodelle, die staatliche Überwachung einschließen, relevant.

Der Dienst wurde von Cure53, einem angesehenen deutschen Cybersicherheitsunternehmen, zweimal sicherheitsgeprüft – in den Jahren 2021 und 2023. Das Audit von 2023 identifizierte ein kritisches Problem im Zusammenhang mit der Handhabung privater Schlüssel unter iOS, das daraufhin behoben wurde. Auditberichte werden öffentlich referenziert, wenngleich vollständige Berichte nicht immer sofort in ihrer Gesamtheit verfügbar gemacht wurden. Das Engagement für regelmäßige unabhängige Prüfungen belegt eine ernsthafte Haltung in Bezug auf Sicherheitspraktiken.

Mozilla VPN setzt ausschließlich auf WireGuard. Es gibt keine Option für OpenVPN oder IKEv2. Obwohl WireGuard hervorragende Leistung und moderne kryptografische Standards bietet, kann das Fehlen von Protokollalternativen in Umgebungen einschränkend sein, in denen WireGuard-Datenverkehr blockiert wird. Der Dienst unterstützt auf einigen Plattformen Multi-Hop-Verbindungen, bei denen der Datenverkehr zur erhöhten Privatsphäre über zwei Server geleitet wird.

Das Servernetzwerk ist mit etwa 500 Servern in mehr als 30 Ländern vergleichsweise klein. Das ist für die meisten Nutzer ausreichend, bietet jedoch weniger geografische Vielfalt als die großen Mitbewerber. Da es sich bei den Servern um Mullvad-Infrastruktur handelt, profitieren sie von denselben operativen Sicherheitsstandards, die Mullvad als eigenständigen Anbieter einen guten Ruf verleihen.

Die Leistung auf nahegelegenen Servern ist stark, da WireGuard in den meisten Testszenarien nur minimale Geschwindigkeitseinbußen verursacht. Bei Verbindungen über große Entfernungen sind deutlichere Leistungsabfälle festzustellen, was bei VPN-Diensten allgemein üblich ist. Der Dienst bemüht sich nicht aktiv darum, Streaming-Plattformen zu entsperren, und Nutzer berichten von inkonsistenten Ergebnissen bei Netflix, BBC iPlayer und anderen geo-eingeschränkten Diensten.

Die Client-Anwendungen sind vollständig quelloffen und für Windows, macOS, Linux, iOS und Android verfügbar. Die Benutzeroberfläche ist bewusst schlicht gehalten und bietet Serverauswahl, einen Verbindungsschalter sowie grundlegende Einstellungen – ohne die Funktionsdichte von Mitbewerbern wie NordVPN oder Surfshark. Split-Tunneling ist unter Windows, Linux und Android verfügbar, nicht jedoch unter iOS oder macOS. Es gibt keine Browsererweiterung – Mozilla VPN funktioniert ausschließlich als systemweites VPN.

Das Limit von 5 gleichzeitigen Verbindungen ist im Vergleich zu Anbietern, die unbegrenzte Verbindungen ermöglichen, besonders restriktiv. Für Haushalte mit mehreren Nutzern und Geräten kann diese Begrenzung eine praktische Einschränkung darstellen. Die Preisgestaltung ist übersichtlich: 4,99 $ pro Monat im Jahresplan oder 9,99 $ monatlich, ohne Lifetime-Angebote oder abgestufte Funktionspläne. Eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie bietet einen risikofreien Evaluierungszeitraum.

Der Kundensupport beschränkt sich auf E-Mail; ein Live-Chat ist nicht verfügbar. Mozillas Support-Dokumentation ist ausreichend, aber nicht so umfangreich wie bei spezialisierten VPN-Unternehmen. Die Antwortzeiten können variieren, insbesondere außerhalb der Geschäftszeiten.

Mozilla VPN ist am sinnvollsten für Nutzer, die Mozillas Mission vertrauen und ein einfaches, geprüftes VPN ohne die Komplexität und den Marketinglärm größerer Anbieter wünschen. Die Mullvad-Infrastruktur bietet eine solide technische Grundlage, und der quelloffene Client sorgt für zusätzliche Transparenz. Der US-amerikanische Gerichtsstand, der begrenzte Funktionsumfang, das kleine Servernetzwerk und das strikte Gerätelimit bedeuten jedoch, dass der Dienst bei nüchternem Vergleich der technischen Eckdaten gegenüber Anbietern schlecht abschneidet, die zu geringeren Kosten mehr bieten.