Surfshark wurde 2018 auf den Britischen Jungferninseln gegründet und verlegte seinen rechtlichen Hauptsitz im Oktober 2021 in die Niederlande. Der Wechsel der Gerichtsbarkeit ist bemerkenswert: Die Niederlande sind Mitglied der Nine-Eyes-Allianz, obwohl es dort kein aktives Pflichtgesetz zur Datenspeicherung gibt (ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahr 2015 wurde aufgehoben). Im Februar 2022 fusionierte Surfshark mit Nord Security und wurde damit unter denselben Konzernschirm wie NordVPN, AtlasVPN, NordPass und NordLocker gestellt. Beide Unternehmen beteuern, mit separater Infrastruktur und unabhängigen Produkt-Roadmaps zu operieren, doch die gemeinsame Eigentümerstruktur bedeutet, dass Nutzer einer einzigen Entität mit mehreren VPN-Marken vertrauen.

Das herausragende Merkmal sind unbegrenzte gleichzeitige Verbindungen – ohne jegliche Gerätebeschränkung. Die meisten Mitbewerber begrenzen Nutzer auf 5–10 Geräte. Für Haushalte, Familien oder Nutzer mit vielen Geräten kann dies allein die Wahl rechtfertigen. Die Preisgestaltung ist in der Einführungsphase aggressiv: Der Starter-Tarif kostet 1,99 $/Monat bei einer Zwei-Jahres-Bindung. Das Surfshark One-Bundle für 2,49 $/Monat ergänzt Antivirensoftware (zertifiziert von AV-TEST und Virus Bulletin), Sicherheitsverletzungs-Überwachung, private Suche und Alternative ID zur E-Mail-Maskierung. Das One+-Paket für 4,19 $/Monat beinhaltet Incogni, einen automatisierten Datenmakler-Löschdienst, der mehr als 420 Datenmakler abdeckt und über 245 Millionen erfolgreiche Löschungen verzeichnet.

Allerdings verdoppeln sich die Verlängerungspreise in etwa, und Surfshark sieht sich in Kalifornien mit Sammelklagen (2024 und 2025) konfrontiert, die irreführende Praktiken bei der automatischen Verlängerung behaupten – konkret: Nutzer werden ohne klare Zustimmung in Verlängerungen eingeschrieben, und die Kündigung wird unnötig erschwert. Tester stellten fest, dass in der App keine sichtbare Abmeldeoption vorhanden ist und eine Kündigung per E-Mail oder Support-Ticket erforderlich ist.

Die Datenschutzverifizierung ließ relativ lange auf sich warten. Das erste unabhängige No-Logs-Audit erfolgte im Dezember 2022 durch Deloitte, vier Jahre nach dem Start – und damit nach Mitbewerbern wie NordVPN und ExpressVPN. Deloitte bestätigte die Einhaltung im Juni 2025 erneut. Cure53 prüfte Browser-Erweiterungen im Jahr 2018 und die Server-Infrastruktur im Jahr 2021, wobei nur geringfügige Probleme festgestellt wurden. Die Android-App bestand im Dezember 2023 ein MASA-Datenschutz-Audit. Allerdings bemängelte Tom Sparks vpntierlist die Android-App wegen übermäßiger Tracker, und ProPrivacy stellte fest, dass Surfshark auf der eigenen Website Google Analytics und andere Drittanbieter-Tracker einsetzt – eine Ironie für ein Datenschutzprodukt.

Eine DSGVO-Auskunftsanfrage durch TechRadar ergab ein besorgniserregendes Volumen an gespeicherten Daten. Antivirenbedrohungsprotokolle wurden in einer zentralisierten Datenbank gespeichert, die die Geräteinfektionshistorie mit Nutzerprofilen verknüpfte. E-Mail-Adressen verbanden finanzielle und technische Identifikatoren, sodass Nutzer potenziell identifizierbar bleiben. Surfshark rechtfertigte die Antiviren-Protokolle als nützlich für Familien, die Bedrohungen auf mehreren Geräten überwachen, doch der Befund widerspricht einem rein datenschutzzentrierten Modell.

Die Geschwindigkeitsleistung ist stark. vpnMentor verzeichnete 222 Mbit/s auf Dallas- und 275 Mbit/s auf Miami-Servern. TechRadar maß bis zu 848 Mbit/s bei lokalen Verbindungen. Das FastTrack-Feature, das auf dem softwaredefinierten Netzwerk Nexus von Surfshark basiert, verspricht eine Geschwindigkeitsverbesserung von bis zu 70 %. Im Jahr 2025 setzte Surfshark branchenweit erstmals 100-Gbps-Server in Amsterdam ein – das Zehnfache der Standardkapazität. Die patentierte Everlink-Technologie bietet selbstheilende Verbindungen, die unterbrochene Sitzungen automatisch ohne Datenlecks wiederherstellen.

Die Server-Infrastruktur umfasst mehr als 4.500 Server in über 100 Ländern mit Unterstützung der Protokolle WireGuard, OpenVPN und IKEv2. Split-Tunneling, Multi-Hop, CleanWeb-Werbeblockierung und Verschleierung sind verfügbar. Die Entsperrung von Streaming-Diensten funktioniert bei Netflix (über 30 Bibliotheken), BBC iPlayer, Disney+, Hulu, Amazon Prime Video und HBO Max. Surfshark umgeht die Internetzensur in China, Russland oder der Türkei jedoch trotz Verschleierungsfunktionen nicht zuverlässig.

Der Kill-Switch ist auf allen wichtigen Plattformen verfügbar. DNS-, IPv4- und WebRTC-Lecktests bestanden alle getesteten Konfigurationen. RAM-only-Server stellen sicher, dass alle Daten bei jedem Neustart gelöscht werden. Surfshark zog sich im Juni 2022 aus Indien zurück, anstatt dem fünfjährigen Datenspeicherungsmandat von CERT-In nachzukommen, und bedient indische Nutzer nun über virtuelle Server in Singapur, den Niederlanden und London.

Der Kundendienst über den 24/7-Live-Chat erhält durchgehend positive Bewertungen mit nahezu sofortigen Reaktionszeiten. Die Wissensdatenbank und Einrichtungsanleitungen sind umfassend.

Trustpilot zeigt eine Bewertung von 4,3/5. Expertenbewertungen reichen von 77/100 (vpntierlist) bis 9,3/10 (vpnMentor). Die Diskrepanz spiegelt unterschiedliche Prioritäten wider: Mainstream-Rezensenten schätzen die unbegrenzten Geräte und die Preisgestaltung, während technisch orientierte Rezensenten den Tracker-Bedenken, dem späten Audit und der Konsolidierung durch Nord Security mehr Gewicht beimessen.